Thüringen Nachrichten GK DigitalPlus: Genervte Eltern suchen vermehrt Rat Erfurt Nachrichten

nachrichteNews.com - Corona – oder besser die durch die Pandemie verursachten Einschränkungen – zerren an den Nerven inzwischen fast aller Menschen. Gelingt es Erwachsenen meistens noch recht gut, damit umzugehen – vor …

Thüringen Nachrichten GK DigitalPlus: Genervte Eltern suchen vermehrt Rat Erfurt Nachrichten

nachrichteNews.com - Corona – oder besser die durch die Pandemie verursachten Einschränkungen – zerren an den Nerven inzwischen fast aller Menschen. Gelingt es Erwachsenen meistens noch recht gut, damit umzugehen – vor …

Thüringen Nachrichten GK DigitalPlus: Genervte Eltern suchen vermehrt Rat Erfurt Nachrichten
02 Februar 2021 - 06:01

Aktuelle Nachrichten ! Corona – oder besser die durch die Pandemie verursachten Einschränkungen – zerren an den Nerven inzwischen fast aller Menschen. Gelingt es Erwachsenen meistens noch recht gut, damit umzugehen – vor allem, solange noch ein halbwegs normales Arbeiten möglich ist – hat vor allem der Lockdown in den Schulen in vielen Familien die Probleme potenziert. Eltern können ein Lied davon singen, und nicht selten nehmen sie in diesen Tagen auch die Hilfe von Psychologen in Anspruch. Für Dr. Gabriele Frei und Dr. Agnes Roland von der Praxis Roland/Frei in der Heckenbecker Straße machen die Gespräche um Folgen der Pandemiebeschränkungen mittlerweile den Hauptteil der Arbeit aus. Und es sind immer wieder die gleichen Probleme, mit denen Eltern und Zöglinge kämpfen. Allem voran der Verlust der gewohnten Tagesstruktur, wie die beiden Expertinnen dem GK in einem Gespräch schilderten. „Kinder brauchen eine feste Struktur, egal wie alt sie sind. Wenn sie erst am Nachmittag um 15 Uhr aufstehen, kann das nichts werden“, sagt Dr. Frei. Aus den Gesprächen ergebe sich das Bild sehr unterschiedlich organisierter Eltern. Manche legten Wert darauf, die übliche Tagesstruktur beizubehalten. Das klappe besonders gut dort, wo noch Unterricht stattfände, und sei es wenigstens am Rechner mit Unterrichtsstunden. Leider ist das so nicht in allen Schulformen der Fall. Vielfach findet kein echter Unterricht mehr statt, der eine morgendliche Präsenz am Laptop erfordern würde, statt dessen werden Leistungen in Form von bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigender Aufgaben abverlangt. Was so eigentlich doch nicht sein könne, bemängeln die beiden Psychologinnen. Die Folge in ganz vielen Familien ist die Auflösung der normalen Tagesstruktur. Kinder machen die Nacht zum Tage und umgekehrt. Schlafstörungen seien in vielen Familien ein Problem, dazu kämen Depressionen, berichten Frei und Roland: „Die Kinder brauchen einen normalen Tagesanfang. Da können wir als Eltern wie auch Lehrer einiges zu tun. Und sie brauchen auch einen schönen Abschluss eines Tages, noch einmal auf den Tag zurückschauen und Bilanz ziehen, was man geschafft hat. Das fehlt vielfach.“ Sie habe viele Schüler, die mit wenig Aufgaben gefordert würden, sagt Dr. Roland. Das brauche nicht viel Zeit, die zu erledigen, und danach komme bei vielen große Langeweile. Lesen sei „out“, alternative Angebote wie Sport gibt es zur Zeit nicht. Auf die Frage, was sonst an Möglichkeiten bestehe, in der freien Zeit etwas zu tun, breche bei vielen große Leere auf. Traditionelle Techniken wie Handarbeiten oder Handwerkliches seien stark unterentwickelt. Leider leisteten auch kreative Schulfächer wie Musik oder Kunst kaum einen Beitrag, um diese Lücken wenigstens etwas zu füllen. Was an Stelle eben dieser einstigen Freizeitbeschäftigungen getreten ist, liegt auf der Hand: Medienkonsum. Soziale Netzwerke, YouTube oder Netflix, Spiele im Internet. Interessanterweise, flocht Dr. Frei an dieser Stelle ein, gebe es bei den Eltern aber auch etwa ein Drittel „Gewinner“. Sie haben das Spielen entdeckt, und zwar als familiäres Gemeinschaftserlebnis, das oft oder allabendlich gepflegt wird. Manche Eltern, die ins Homeoffice gezwungen waren, haben dabei ihre Kinder sozusagen „neu entdeckt“. Tagesaktivitäten wie Kochen oder Brotbacken werden gemeinsam ausgeführt, wodurch sich eine neue Basis zum Kontakt zu den Kindern ergibt. Davon profitieren auch die Kinder selbst. Wer ansonsten täglich mit Schulangst den Tag beginnt, muss dies daheim im Homeschooling und zusammen mit den Eltern natürlich nicht haben. Wer sonst mit Mobbing in der Klasse zu kämpfen habe, blühe nun daheim auf. Sie habe einige Beispiele erlebt, wo Notensprünge bei den Kindern vorkommen, seit sie zuhause sind. Andererseits seien gerade Angststörungen schwer behandelbar und bräuchten ein soziales Umfeld. Das sei dann noch gut vermittelbar gewesen, solange man sich zum Beispiel mit guten Freunden treffen konnte.

Source: Nachrichtenews.com

. Roland an. Überhaupt sei Einsamkeit für die Kinder ein akutes Problem. Die Eltern seien für viele nicht mehr an erster Stelle wichtig, umso mehr die Gleichaltrigen. Über das Internet mit ihnen zu chatten, sei besser als nichts, ersetze aber nicht den direkten Umgang miteinander. Respekt zollen müsse sie den meisten Jugendlichen, die konsequent die Kontakte beschränkten und sich dafür nur mit ein oder zwei besten Freunden im Wechsel träfen. Das würde besser eingehalten als der Ruf der Jugend sei, so Dr. Frei. Auf der Verliererseite stehen im Moment in der Regel die Familien, denen Corona deutliche Mehrarbeit beschert hat, die Geldprobleme haben oder gar die Arbeit verloren. Lebensängste der Eltern fänden sich auch bei Kinder wieder. Zwar gebe es einen regionalen Unterschied zwischen Stadt und Land, wobei es auf dem Land besser gehe. Existenzängste seien in Bad Gandersheim seltener. Probleme drehen sich vor allem um technische Beeinträchtigungen, weil es an Laptops fehle oder das Internet nicht ausreichend gut sei. Vor dem Hintergrund dieser Lage dreht sich in den Gesprächen Vieles um die Frage, wie Eltern die Situation am besten bewältigen könnten. Erster Schritt, so Dr. Frei, sei die Frage, was die Kinder eigentlich bräuchten. Eine Antwort darauf sei: Gemeinsamkeit. Nicht etwas parallel zu machen, sondern miteinander sei der erste Schritt. Eltern müssten sich in dieser Situation Zeit nehmen. Wie für eine abendliche Spielrunde, die in manchen Familien schon zum festen Ritual geworden sei. Dazu müssten natürlich Gewohnheiten aufgebrochen werden. In manchen Familien wohne man nur noch zusammen, den Tag verbringe aber jeder in seinem Bereich. Eltern sollten sich nicht einbilden, dass sie keinen Einfluss mehr hätten. Eltern gäben zu schnell viel auf und brächten sich nicht genug ein, stellt Dr. Frei fest. Und wenn das Kind morgens nicht aufstehen wolle: Rausschmeißen! Und dann für ein gemeinsames Frühstück da sein. Und wo das nicht mehr gelingt? Wo solche Versuche mit Aggressivität beantwortet werden? Auch da gibt es noch Hoffnung. Das Herangehen sollte nur anders gewählt werden. Mit vorherigen Absprachen zum Beispiel und Übereinkünften. Ansonsten gelte: Auch Reibung erzeugt Wärme, die eventuelle Auseinandersetzung müsse man daher nicht scheuen. „Wir müssen uns wieder trauen, als Eltern auch unbequem zu sein“, sagt Dr. Gabriele Frei. Erstaunlicherweise sein ja auch viele Kinder und Jugendliche mit einer „entgleisten“ Tagesstruktur selbst gar nicht glücklich. Aber finden allein den Weg nicht heraus, dazu brauche es dann die Eltern, ihnen Leitlinien und Tipps zu geben, wie das gehen könnte. Ein umgekehrter Tag-Nacht-Rhythmus sei bestimmt in der Hälfte der Fälle derzeit ein Problem, so Dr. Frei. Mindestens bei den Jugendlichen. Bei den Grundschülern sei eher eine „Soziale-Medien-Verwahrlosung“ das Problem. Am meisten täten ihr im Moment aber die Kindergartenkinder leid, die daheim nur noch innerhalb der engen Verbotsgrenzen funktionieren dürften. Ohne es als Schuldzuweisung verstanden wissen zu wollen, befanden die beiden Psychologinnen die Impulse aus der Schule als zu untertourig. Es gebe gute Beispiele, wie es anders gehe. Warum es hier um uns herum im Moment nicht so gut stehe, habe sicher auch mit Überforderungen auf der anderen, der Seite der Pädagogen zu tun, die ebenfalls mit einer neuen Situation und Ängsten zurechtkommen müssten. Damit will sich das GK in einer weiteren Betrachtung befassen.

Source = nachrichteNews.com

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