Sachsen Nachrichten Schulen & Corona: Kontroverse Debatte um Klassenteilungen Dresden Nachrichten

nachrichteNews.com - NRW: Welche Maßnahmen sind in den Schulen zu ergreifen, um den Schülern die bestmögliche Förderung bei gleichzeitig höchstem Infektionsschutz zu bieten? Diese Debatten laufen seit Wochen, und es wird kontrovers gestritten.

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nachrichteNews.com - NRW: Welche Maßnahmen sind in den Schulen zu ergreifen, um den Schülern die bestmögliche Förderung bei gleichzeitig höchstem Infektionsschutz zu bieten? Diese Debatten laufen seit Wochen, und es wird kontrovers gestritten.

Sachsen Nachrichten Schulen & Corona: Kontroverse Debatte um Klassenteilungen Dresden Nachrichten
18 November 2020 - 08:15

Aktuelle Nachrichten ! NRW - Welche Maßnahmen sind in den Schulen zu ergreifen, um den Schülern die bestmögliche Förderung bei gleichzeitig höchstem Infektionsschutz zu bieten? Diese Debatten laufen seit Wochen, und es wird kontrovers gestritten.Die einen wollen Schulklassen zum Infektionsschutz teilen. Andere sind dagegen, wie die NRW-Regierung. Auch weil die Lehrer dafür fehlten. Ein heißes Eisen: Wäre eine Aufstockung der Stundenzahl für Teilzeitkräfte machbar? Das könnte Sie auch interessieren Schulen: «Schul-Gipfel» sucht «Plan B» - Stärker von Virus betroffen Halbierung der Schulklassen? : NRW-Minister Stamp ist dagegen Corona-Runde von Bund und Ländern: Drastischere Maßnahmen werden diskutiert Eine flächendeckende Teilung von Schulklassen als Baustein zur Pandemie-Bekämpfung bleibt in Nordrhein-Westfalen hoch umstritten. Nachdem Bund und Länder sich am Montag beim weiteren Vorgehen in den Schulen auf den 25. November vertagt hatten, war zunächst offen, ob auf Schüler und Lehrer in NRW ein sogenannter «Hybrid-Unterricht» zukommen könnte. Der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp sprach sich erneut vehement gegen Klassenteilungen aus, und Ministerpräsident Armin Laschet kündigte an, für den Präsenzunterricht zu kämpfen.Online-Unterricht für viele "schlechtere Option"Stimmen für und gegen ein Lernen im Wechsel je zur Hälfte daheim auf Online-Basis und im Klassenraum kamen am Dienstag aus Kommunen, Verbänden und Gewerkschaften. Dieses sogenannte «Solinger Modell» sei «für viele Kinder (...) eine schlechtere Option», sagte Laschet den NRW-Lokalradios am Dienstag. «Es ist absurd, dass das die Bildungsgerechtigkeit erhöht.» Daher halte er es allenfalls in Einzelfällen für sinnvoll - «eh eine ganze Schule in Quarantäne geht», so der CDU-Politiker.Das Dilemma: "Brauchen dann fast das Doppelte an Lehrern"So sieht es auch Familienminister Stamp: Die NRW-Regierung stehe in engem Austausch mit Kinderärzten und -psychologen, die mahnten, am Präsenzunterricht festzuhalten, betonte der FDP-Politiker im ZDF-«heute-journal» am Montagabend. «Sie können nicht einfach sagen, wir machen jetzt mal halbe Klassen. Sie brauchen dann im Grunde genommen fast das Doppelte an Lehrerinnen und Lehrern, die wir nicht haben», argumentierte Stamp.Zu dem von der NRW-Regierung untersagten «Solinger Modell» meinte Stamp: «Solingen wollte eine flächendeckende Maßnahme treffen, die so auch nicht in Ordnung war, weil das auch gar nicht alle Schulen dort wollten.»Das "Solinger Modell" und gleiche BildungschancenDie Kommune hatte vor zwei Wochen angekündigt, dass in allen weiterführenden Schulen wechselweise eine Hälfte einer Klasse im Präsenzunterricht und die andere Hälfte daheim lernen soll. Die Stadt sei digital gut gerüstet, habe sich mit den Schulen beraten, die bereits Vorbereitungen getroffen hätten, hieß es. Ein Stadtsprecher hatte am Montag gesagt, man halte das Modell weiter für richtig und hoffe, dass es landesweit komme. Der Landesregierung gehe es um die Bildungschancen jener Schüler, die zu Hause nicht auf Unterstützung bauen könnten, «wenn sie da allein vor dem Gerät sitzen», erläuterte Stamp.Landesschülervertretung contra Philologen-VerbandDie Landesschülervertretung dagegen setzt sich in ihrem Konzept unter anderem für eine Halbierung der Klassen ein: Die Gruppen sollen dann im tageweisen Wechsel Präsenzunterricht haben oder auf Distanz lernen, wie es am Dienstag in einer Mitteilung hieß.Der Philologen-Verband sprach sich gegen eine flächendeckende Klassenteilung aus. Das setze eine entsprechende digitale Ausstattung der Schulen voraus. «Und diese ist nicht flächendeckend vorhanden», sagte der Vize-Vorsitzende des Lehrerverbands, Ulrich Martin, der Deutschen Presse-Agentur.

Source: Nachrichtenews.com

.Zur Frage nach zusätzlich nötigem Lehrpersonal meinte Martin, Teilzeitkräfte um eine Stunden-Aufstockung zu bitten, lasse aber kaum Ressourcen erwarten. In NRW arbeiteten im Schuljahr 2019/20 von rund 194 000 hauptamtlichen Lehrkräften gut 74 300 in Teilzeit.Aufstockung aus Teilzeit nicht so einfach möglichAus dem Schulministerium hieß es, da oft wegen familiärer Verpflichtungen in Teilzeit gearbeitet werde, bestehe in der Regel bei diesen Fällen nicht die Möglichkeit, kurzfristig den Stundenumfang zu erhöhen. Handele es sich um eine «voraussetzungslose» Teilzeit, könne der Umfang der zu leistenden Arbeitszeit erhöht werden, «soweit zwingende dienstliche Belange dies erfordern». Hier wiege aber bei sehr kurzfristigen Änderungen der Vertrauensschutz stark: «Denn auch wenn die Teilzeit nicht an Voraussetzungen geknüpft ist, sind von der Lehrkraft für die freien Zeiten ja Planungen erfolgt.» Und gegen den Willen von Teilzeitkräften «dürfte ein sehr kurzfristiger Widerruf nur in Ausnahmefällen möglich sein».Lehrergewerkschaft möchte Anreize schaffenNach Einschätzung der Lehrergewerkschaft GEW leisten viele Lehrer «unbezahlte oder unterbezahlte» Mehrarbeit. «Es liegt an der Landesregierung, in der jetzigen Situation mit klugen Anreizmodellen der Bereitschaft von Lehrkräften zur Stundenaufstockung entgegenzukommen», sagte die Landesvorsitzende Maike Finnern der dpa. Unterschiedliche Konzepte seien denkbar, etwa ein Ansparmodell, um früher weniger zu arbeiten oder früher in den Ruhestand zu gehen. «Grundsatz muss die Freiwilligkeit bleiben.»Schulleitervereinigung möchte KlassenteilungenDie Schulleitervereinigung warb für eine grundsätzliche Teilung der Klassen. «Überall gelten Abstandsregeln, nur in den Schulen sind sie aufgehoben», kritisierte der Vorsitzende Harald Willert. Man wisse inzwischen durch Studien, dass sich definitiv auch Kinder anstecken und das Virus weitertragen. Eine Entzerrung in Klassenräumen und auf den Verkehrswegen sei geboten.Tatsächlich schlägt sich die Pandemie auch an den Schulen in NRW deutlich nieder: Zum Stichtag am 11. November befanden sich laut Schulministerium mindestens 73.840 Schüler in Quarantäne - 3,6 Prozent aller Schüler. Mindestens 4.700 Lehrer - 3,0 Prozent - waren in Quarantäne. Landesweit seien 19 Schulen geschlossen und an knapp 19 Prozent der Einrichtungen - 826 Schulen - gebe es Teilschließungen.NRW-Opposition lädt zum SchulgipfelFür eine Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Montag hatte eine Vorlage des Bundes auch den Vorschlag zur Klassenteilung umfasst, eine Entscheidung über das Vorgehen an den Schulen wurde aber verschoben. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte mehrfach erklärt, dass sie möglichst lange am Unterricht im Klassenzimmer festhalten will.Ein «normales Fortkommen» im Unterrichtsstoff sei unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie aber ohnehin nicht möglich, schilderte Willert. Die Schulpolitik solle das klar benennen, die Lerninhalte müssten reduziert werden. Die Oppositionsfraktionen SPD und Grüne haben für Mittwoch Vertreter von Lehrern, Schülern, Schulträgern und Eltern zu einem Schul-Gipfel eingeladen.

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