Nordrhein-Westfalen Nachrichten Lehrer halten Lüften in Schulen für schädlich, der Minister für förderlich Düsseldorf Nachrichten

nachrichteNews.com - Kann das gut gehen mit dem Unterricht im Klassenzimmer bei steigenden Corona-Zahlen und sinkenden Temperaturen? Lehrer sehen die Empfehlung zum Lüften kritisch. Kultusminister Lorz hat beim Thema Luftfilter noch Fragen.

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nachrichteNews.com - Kann das gut gehen mit dem Unterricht im Klassenzimmer bei steigenden Corona-Zahlen und sinkenden Temperaturen? Lehrer sehen die Empfehlung zum Lüften kritisch. Kultusminister Lorz hat beim Thema Luftfilter noch Fragen.

Nordrhein-Westfalen Nachrichten Lehrer halten Lüften in Schulen für schädlich, der Minister für förderlich Düsseldorf Nachrichten
18 Oktober 2020 - 11:15

Aktuelle Nachrichten ! Kann das gut gehen mit dem Unterricht im Klassenzimmer bei steigenden Corona-Zahlen und sinkenden Temperaturen? Lehrer sehen die Empfehlung zum Lüften kritisch. Kultusminister Lorz hat beim Thema Luftfilter noch Fragen. Wegen der Corona-Pandemie blicken Vertreter von Lehrern und Eltern mit Sorgen auf den Schulstart nach den Herbstferien am Montag. "Wir sehen das kritisch - vor allem mit Blick auf die kalte Jahreszeit", sagt die Landesvorsitzende der Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch. Problematisch werde das Stoßlüften, das laut Hygieneplan alle 20 Minuten für die Klassenräume vorgeschrieben ist. "Schüler frieren eh schon grundsätzlich", sagte Koch. Jedes Öffnen der Fenster werde für Unruhe sorgen. "Wir werden es dennoch machen, aber das ist nicht lustig." Etliche Schulen empfehlen Eltern bereits, ihren Kindern Decken oder warme Jacken in den Unterricht mitzugeben. Lorz: Schülerinnen und Schüler halten Stoßlüften aus Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hält regelmäßiges Lüften von Klassenräumen in der kalten Jahreszeit für eine sehr wirksame Methode gegen die Verbreitung des Coronavirus. Experten beurteilten es ohnehin eher kritisch, wenn Kinder in stickigen, überhitzten Räumen säßen. Nach Einschätzung von Hygienikern sei Lüften das beste Mittel, um Infektionen vorzubeugen. Beim empfohlenen Stoßlüften alle 20 Minuten sinke die Raumtemperatur kurzzeitig nur um zwei bis drei Grad ab. Kinder- und Jugendmediziner sagten ganz klar, dass dies unbedenklich sei, betont Lorz: "Das kann man aushalten - und sobald die Fenster wieder zu sind, steigt die Temperatur auch wieder zügig an." Streit im Landtag Was Paralleluniversen mit der Corona-Schulpolitik zu tun haben Zum Artikel Diskussion um Luftfilter Zur Frage, ob Luftfilter für Klassenzimmer eingesetzt werden sollten, gebe es auch in der Wissenschaft noch keine abschließende Meinung, führt der Minister weiter aus: "Die Diskussion ist jetzt seit ungefähr vier bis fünf Wochen im Gange. Seither werden wir mit Angeboten von entsprechenden Firmen überschwemmt." Das müsse man sich sehr genau anschauen. "Wir brauchen valide Erkenntnisse, um dann gegebenenfalls sinnvoll investieren zu können.

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. "Experten sagen aber auch, dass Filter das Lüften nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen", berichtet Lorz: "Im Endeffekt braucht auch nicht jeder Klassenraum ein Lüftungsgerät, sondern primär die Klassenräume, in denen Stoß- und Querlüften nicht gut funktionieren." Studie der Goethe-Universität Luftfilter im Klassenraum senken Virenlast um bis zu 90 Prozent Zum Artikel GEW: Kein griffiges Konzept der Landesregierung Gewerkschafterin Koch vermisst nach wie vor griffige Konzepte der Landesregierung im Kampf gegen die Pandemie. Der neu aufgelegte Hygieneplan, der nach den Herbstferien gilt, sei im Vergleich zum vorangegangenen nur minimal verändert. Die GEW plädiert für Präsenzunterricht in kleineren Gruppen, auch um solche Kinder besser fördern zu können, die in der Corona-Krise zu kurz gekommen seien. "Abstand halten ist ja das Gebot der Stunde", sagt Koch. Dafür müssten beispielsweise Klassen geteilt werden - während ein Teil Unterricht habe, sollte der Rest in der Schule betreut werden. Unklar ist, wie das mit der vorhandenen Zahl an Lehrerinnen und Lehrern und in der gewohnten Zeit funktionieren soll. Elternbund: Sorge vor weiteren Schulschließungen Der Vorsitzende des Elternbundes Hessen, Klaus Wilmes-Groebel, sieht den Schulstart "mit großer Sorge und auch mit Angst". Dabei habe er nicht nur die Gesundheit der Kinder im Blick, sondern auch die möglicherweise drohende erneute Schließung von Schulen und Kitas. "Homeschooling hat in Kombination mit Homeoffice in vielen Familien für große Probleme gesorgt", sagt Wilmes-Groebel. Besonders betroffen seien Alleinerziehende und sozial schwächere Familien. Auch täten sich Grundschüler mit dem Zuhause-Lernen grundsätzlich schwerer als ältere Kinder. Das zurückliegende Schuljahr habe bei vielen Schülern zu deutlichen Wissenslücken geführt - das werde bislang nicht berücksichtigt. Der Elternbund Hessen, zu dem sich rund 300 Eltern zusammenschlossen, fordert von der Landesregierung spezielle Förderpläne. Sendung: hr-iNFO, 18.10.2020, 12.00 Uhr

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