Nordrhein-Westfalen Nachrichten Hessen setzt trotz Corona auf Sammelunterkünfte für Geflüchtete Düsseldorf Nachrichten

nachrichteNews.com - Große Flüchtlingsunterkünfte erschweren den Infektionsschutz und die Integration. Doch das Land bringt nur einen geringen Teil in kleineren Unterkünften und Wohngruppen unter - und das wird wohl so bleiben.

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nachrichteNews.com - Große Flüchtlingsunterkünfte erschweren den Infektionsschutz und die Integration. Doch das Land bringt nur einen geringen Teil in kleineren Unterkünften und Wohngruppen unter - und das wird wohl so bleiben.

Nordrhein-Westfalen Nachrichten Hessen setzt trotz Corona auf Sammelunterkünfte für Geflüchtete Düsseldorf Nachrichten
17 November 2020 - 14:30

Aktuelle Nachrichten ! Große Flüchtlingsunterkünfte erschweren den Infektionsschutz und die Integration. Doch das Land bringt nur einen geringen Teil in kleineren Unterkünften und Wohngruppen unter - und das wird wohl so bleiben. Von Wolfgang Hettfleisch Mit den Stimmen der schwarz-grünen Koalition hat der Landtag gerade ein neues Landesaufnahmegesetz verabschiedet. Es regelt zum Beispiel, wie Geflüchtete untergebracht werden. Verbindliche Standards sucht man im Gesetz allerdings vergebens. Enttäuschend findet das Timmo Scherenberg, der Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats. So würden unhaltbare Zustände in vielen Sammelunterkünften einfach fortgeschrieben - mitten in der Corona-Pandemie: "Die Menschen teilen sich Badezimmer und Küchen mit 30 oder 50 anderen. Abstand zu halten ist unmöglich, Hygieneregeln einzuhalten ist unmöglich." Dadurch komme es immer wieder zu größeren Ausbrüchen in den Unterkünften. Keine Daten aus kommunalen Sammelunterkünften In den sechs hessischen Erstaufnahmeeinrichtungen waren mit Stand Montag 43 Menschen infiziert, allein 25 in Neustadt (Marburg-Biedenkopf). Jetzt gibt es dort Massentests. Infizierte und enge Kontaktpersonen werden in einem Gebäude isoliert. Das lässt vermuten, dass die Lage auch dort schwierig ist, wo die Menschen nach den Erstaufnahmeeinrichtungen mal landen: in den Sammelunterkünften der Landkreise und kreisfreien Städte. Wie es dort mit Corona aussieht, ist unklar. Weder das Sozialministerium noch die kommunalen Spitzenverbände erheben Zahlen. "Land wälzt Verantwortung ab" Für Scherenberg passt das ins Bild: "Die Landesregierung hat die komplette Verantwortung für die Unterbringung auf die Kommunen abgewälzt." Schwarz-Grün gebe Städten und Kreisen Geld, verlange aber keinerlei Standards. "Jede Kommune ist am Ende nur sich selbst verantwortlich, das heißt, alle machen, was sie wollen", klagt der Geschäftsführer des Flüchtlingsrats. Die Folge sei ein Flickenteppich bei der Unterbringung. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion verwies Sozialminister Kai Klose (Grüne) erst vor wenigen Tagen ausdrücklich auf die Zuständigkeit der Kommunen. Und so regelt jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt die Art der Unterbringung von Flüchtlingen selbst - und unterschiedlich: Im Odenwaldkreis gab es schon 2019 keine Gemeinschaftsunterkünfte mehr; im Main-Kinzig-Kreis will man ebenfalls auf kleinere Formen der Unterbringung umstellen; die Stadt Frankfurt setzt weiterhin auf Sammelunterkünfte - in einer davon kam es Anfang Oktober zu einem größeren Corona-Ausbruch. Eine Sprecherin von Frankfurts Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sagt, die Stadt versuche durchaus, dass mehr Flüchtlinge in kleineren Einheiten wohnen können. Doch auf dem angespannten Wohnungsmarkt gebe es viel zu wenige günstige oder öffentlich geförderte Wohnungen. Auch andere, die auf Sozialwohnungen angewiesen seien, warteten zum Teil seit Jahren darauf. Linke wirbt für kleine Wohneinheiten Bundesweit sei die Lage ganz anders, sagt Saadet Sönmez.

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." In diesem Jahr wurden in Hessen bis zum 31. Oktober 7.337 Asylanträge gestellt. Mehr als zwei Drittel der Asylbewerber leben in Gemeinschaftsunterkünften. Das sei nicht nur wegen Corona problematisch, findet Sönmez: "Wenn man wirklich dafür Sorge tragen möchte, dass die Menschen sich integrieren und ihren Lebensmittelpunkt hier auch gestalten können, muss eine Umkehr stattfinden." Bei unbegleiteten Flüchtlingen läuft es besser Dass Landesregierung und kommunale Akteure dazu bereit sind, ist nicht zu erkennen. Dabei gibt es ein Vorbild, das sich auch in Hessen bewährt hat: die Betreuung unbegleiteter Minderjähriger. Der 18-jährige Parwiz aus Frankfurt zum Beispiel hat in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche gelebt. Die 15 Bewohner dort kamen aus Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea. Parwiz nennt einen großen Vorteil der Kleingruppe: "Da hab' ich schnell die deutsche Sprache gelernt. Das finde ich besser, wenn es so eine kleine Gruppe ist. Wenn viele Jugendliche da sind, dann können sich die Betreuer nicht so gut kümmern." Parwiz kam mit 13 aus Afghanistan. Heute absolviert er eine Ausbildung als medizinischer Fachangestellter. So ein Weg bleibe den Bewohnern von Sammelunterkünften oft verwehrt, sagt Timmo Scherenberg vom Flüchtlingsrat: "Da sind die Leute mehr oder minder abgeschottet unter sich." Wohnsitzauflage verschärft Lage Die Gemeinschaftsunterkünfte sollten ohnehin Provisorien sein. Doch in einem Ballungsraum wie dem Rhein-Main-Gebiet ist nicht in Sicht, dass sie bald nicht mehr benutzt würden - auch wegen der sogenannten Wohnsitzauflage. Wer geduldet oder als Asylbewerber anerkannt wird und Sozialleistungen bezieht, darf nicht gleich woanders hinziehen. So sollten Großstädte eigentlich vor zu vielen Zuzüglern bewahrt werden. In Frankfurt bewirkt die Regelung aber, dass Menschen mit Bleiberecht nicht wegkommen. Weil der Umzug verboten ist und die Mieten in der Stadt für sie unbezahlbar sind, hängen sie dort fest, von wo sie lieber heute als morgen verschwinden würden: in der Sammelunterkunft. Sendung: hr-iNFO, 16.11.2020, 19.20 Uhr

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