Nordrhein-Westfalen Nachrichten Häftlinge schreiben Bücher: Teilzeit-Literaten hinter Schwedischen Gardinen Düsseldorf Nachrichten

nachrichteNews.com - Literaten und Kunstmaler im Gefängnis? Das gibt es tatsächlich in Hessen: In Haftanstalten in Hünfeld und Fulda haben Seelsorger mit Straftätern nun schon das dritte Buch herausgebracht. Ihre Themen: Kochen, Witze und die Kunst des Wild-Seins.

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nachrichteNews.com - Literaten und Kunstmaler im Gefängnis? Das gibt es tatsächlich in Hessen: In Haftanstalten in Hünfeld und Fulda haben Seelsorger mit Straftätern nun schon das dritte Buch herausgebracht. Ihre Themen: Kochen, Witze und die Kunst des Wild-Seins.

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10 Januar 2021 - 12:00

Aktuelle Nachrichten ! Literaten und Kunstmaler im Gefängnis? Das gibt es tatsächlich in Hessen: In Haftanstalten in Hünfeld und Fulda haben Seelsorger mit Straftätern nun schon das dritte Buch herausgebracht. Ihre Themen: Kochen, Witze und die Kunst des Wild-Seins. Von Jörn Perske Audiobeitrag Audio 03:06 Min. |29.12.20 |Petra Klostermann Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Knast-Literaten mit neuem Buch [Audioseite] Audio Ein mit Zeichnungen illustrierter Text aus dem neuestem Buch. Bild © Jörn Perske (hr) Ende des Audiobeitrags Im Knast haben die Verurteilten viel Zeit. Einige Insassen der Gefängnisse in Fulda und Hünfeld (Fulda) nutzen sie gar für kulturelle Beiträge. Herausgekommen ist nun das mittlerweile dritte Buch der Hobby-Literaten hinter Gittern - herausgebracht mit der Hilfe kirchlicher Seelsorger. In das Buch "Born to be wild – Gott, Geld & Gefängnis" haben mehr als ein Dutzend Häftlinge Texte, Gedichte und selbstgemalte Bilder einfließen lassen. Benannt wurde der dritte Band bewusst nach einem Gedicht von William Ernest Henley (1849-1903). Es soll dem Anti-Apartheids-Aktivisten Nelson Mandela im Gefängnis in Südafrika Kraft und Trost gespendet haben. Rudolph H. hingegen hat bei dem Buchprojekt hinter hohen Gefängnismauern sein Talent entdeckt. Der 55-Jährige sitzt wegen Drogendelikten. Mittlerweile zeichnet er jeden Tag, wie er sagt. "Es ist einfach schön, etwas zu kreieren. Das ist ein Stück Freiheit, das mir niemand nehmen kann." Für ihn hat die künstlerische Betätigung fast etwas Therapeutisches. Sie helfe ihm, negative Gedanken wegzuschieben. Zeichnungen mit Symbolkraft Häftling Rudolph hat etwa detailgetreue Zeichnungen von Vögeln beigesteuert. Kleine Tiere mit großer Symbolkraft für ihn: "Vögel - die sitzen vor deinem Fenster. Dann denkt man: Ich wünschte, ich wäre ein Vogel und könnte herausfliegen." Und wenn er ein Schachbrett zeichne, gehe es nicht nur um die Leidenschaft für das Strategiespiel. "Auch das Leben ist wie ein Spiel, es hat Regeln - bietet aber auch so viele Möglichkeiten." Die beiden Gefängnis-Seelsorger Andreas Leipold und Meins Coetsier (von links). Bild © Justizvollzugsanstalt Hünfeld Andere Bilder der Häftlinge zeigen zum Beispiel die Zelle als Pappkarton. Illustriert sind auch gefährliche Monster und hässliche Fratzen. Der evangelische Gefängnis-Seelsorger Andreas Leipold erklärt dazu: "Mit Hilfe der Bilder im Buch wird ganz viel verarbeitet. Es sind einige Porträts dabei; Gesichter, die eher die wilde Seite betonen. Sie werden gewissermaßen auf Papier gebannt." Dadurch würden diese Emotionen fixiert und weggelegt.

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." Wilde Seite ausleben Monsterhafte Fratze: Häftlinge versuchen mit Zeichnungen etwas zu verarbeiten - glauben Gefängnisseelsorger. Bild © Jörn Perske (hr) Sein katholischer Seelsorger-Kollege Meins Coetsier findet: "Es ist wichtig, die wilde Seite, die wir alle haben, auszuleben." Und zwar auf eine Art und Weise, die nicht andere Menschen verletze. "Es ist wichtig, uns auszudrücken. Das sieht man schon bei Kindern mit ihrer Liebe zum Malen, Tanzen und Singen. Das gehört zu uns Menschen. Das kommt von Herzen und aus der Seele." Das dürfe nicht unterdrückt werden. "Es muss stimuliert werden, dass das auch hinter Gittern weitergeht." Das Buchprojekt habe bemerkenswerte Auswirkungen im Gefängnis, beobachtet Coetsier. Dass Häftlinge versuchten, ihre kreative Ader zu entdecken, stecke auch andere an. "Es wurden seitdem mehr Stifte, Malsachen und Blöcke ausgeteilt. Bilder werden in Hafträumen aufgehangen. Der eine malt für den anderen - toll", freut sich Coetsier. Die kirchlichen Seelsorger wollen aber auch versuchen, außerhalb der Gefängnisse Wirkung mit dem Buch zu entfalten. "Viele Menschen haben ein sehr negatives Bild von Häftlingen", sagt Coetsier. "Doch es sind Menschen, die zwar Fehler gemacht haben, aber auch einiges leisten könnten. Für uns sind ihre Beiträge - Bilder und Geschichten - kostbare Einblicke in ihre Gedankenwelt." Non-Profit-Projekt ohne Gewinnziel Drei Bücher sind bereits von Gefangenen aus Hünfeld und Fulda erschienen. Bild © Justizvollzugsanstalt Hünfeld Die Einblicke in die Kostbarkeiten gibt es auch zu kaufen. Das Buch "Born to be wild - Gott, Geld & Gefängnis" ist bestellbar über die Internetseite Humor hinter Gittern. Es gibt keinen konkreten Kaufpreis, gebeten wird um eine Spende, um eines der 300 Bücher der ersten, vor Weihnachten 2020 erschienenen Auflage zu bekommen. "Wir sind nicht darauf aus, mit der Aktion Gewinn zu machen. Es ist ein Non-Profit-Projekt, auf das wohl draufgezahlt wird", sagt Coetsier. Die beiden vorigen Bücher - ein Koch- und ein Witzebuch - kamen schon mal gut an, wie Coetsier resümiert. Das Witzebuch wurde einige hundert Mal verkauft. Und nebenbei verschaffte es dem Gefängnis und seinen Insassen viel (positive) Beachtung.   Sendung: hr4, 29.12.2020, 15.30 Uhr

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