Nordrhein-Westfalen Nachrichten Fotoprojekt zeigt Clubs als Lost Places Düsseldorf Nachrichten

nachrichteNews.com - Die Bilder des Darmstädter Fotografen Jo Henker fangen eine triste, fast skurrile Stimmung von kleinen Bühnen und Clubs ein, die jetzt geschlossen und verwaist sind.

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nachrichteNews.com - Die Bilder des Darmstädter Fotografen Jo Henker fangen eine triste, fast skurrile Stimmung von kleinen Bühnen und Clubs ein, die jetzt geschlossen und verwaist sind.

Nordrhein-Westfalen Nachrichten Fotoprojekt zeigt Clubs als Lost Places Düsseldorf Nachrichten
31 Januar 2021 - 17:00

Aktuelle Nachrichten ! Der Darmstädter Fotograf Jo Henker zeigt in seinen Bildern die Corona-verwaisten Clubs im Rhein-Main-Gebiet - in Schwarz-Weiß, um die ganze Tristesse der Szene zu unterstreichen, wie er im Interview sagt. Von Yvonne Koch Für das Projekt "Lost Places" besuchte der Darmstädter Fotograf verschiedene Veranstaltungsorte im Rhein-Main-Gebiet, zum Beispiel das "Robert Johnson" in Offenbach, den "Club Silbergold" in Frankfurt oder auch das "Schon schön" in Mainz. Knapp 50 Fotos sind so entstanden. hessenschau.de: Wie sind Sie darauf gekommen, die jetzt verwaisten Orte zu fotografieren? Jo Henker: Neben dem Fotografieren ist für mich Musik das Thema, mit dem ich mich am meisten beschäftige. Ich arbeite selbst in einem Club, dem "806qm" in Darmstadt, und gehöre auch zu dem Team, dass das "Golden Leaves"-Festival organisiert. Und deshalb betrifft es mich auch direkt. Wenn ich nicht gerade im Homeoffice bin, hab ich immer die leeren Räume vor Augen, die ich ganz anders kenne. Daher lag das Thema für mich ziemlich nahe. hessenschau.de: Wieso zeigen Sie alles in Schwarz-Weiß? Bildergalerie Bildergalerie 8 Bilder zur Bildergalerie "Lost places" - Fotoprojekt von Jo Henker[Bildergalerie] Bild lädt... 1/8 Das "Robert Johnson" in Offenbach. Bild © Jo Henker Ende der Bildergalerie Jo Henker: Die meisten Clubs sind sowieso gerne in Schwarz gehalten. Und außerdem wollte ich tatsächlich den derzeitigen Zustand zeigen. Das heißt, im Moment sind die allermeisten Bühnen nur mit "Putzlicht" beleuchtet, also so einer Sparbeleuchtung. Das ist das, was die Leute jetzt tagtäglich sehen, wenn sie noch arbeiten gehen. Genau das wollte ich zeigen. Nichts sollte von dem eigentlichen, jetzt aktuellen Zustand ablenken. Farbe wäre schon wieder zu viel gewesen. Außerdem ist Schwarz-Weiß, wie ich finde, ein legitimes Mittel um die allgemeine Tristesse des Ganzen nochmal zu unterstreichen. hessenschau: Was wollten Sie mit dem Fotoprojekt ausdrücken? Der Darmstädter Fotograf Jo Henker. Bild © Saskia van Eerd Jo Henker: Es ist im Prinzip ein Aufmerksam machen auf die Situation der Kulturbranche. Den Gesamtzustand hat niemand so richtig vor Augen. Klar, es gab schon viele Aktionen, die "Red Light"-Geschichte zum Beispiel, wo Kultureinrichtungen schön angestrahlt wurden. Das haben auch alle ganz toll gefunden. Man ist da abends spazieren gegangen, hat sich das angeschaut, fotografiert. Aber genau genommen ist es keinem richtig bewusst, dass viele Hilfen nicht richtig ankommen und wie die Stimmung vor allem bei den kleinen Veranstaltern ist. Wenn ich in den Medien irgendwas höre, dann geht’s primär um Theater und Orte, die eh schon staatlich, kommunal gefördert sind. Aber die kleine Clubs, die ganz viel zum kulturellen Leben beitragen und quasi das Fundament sind, die kommen zu selten vor, finde ich. hessenschau.de: Wie haben Sie die Orte ausgewählt? Jo Henker: Mein Konzept war eine visuelle Bestandsaufnahme von der Clubszene im ganzen Rhein-Main-Gebiet zu Corona-Zeiten. Ausgewählt hab ich das alles relativ einfach: Ich hab eine Liste gemacht mit den Veranstaltungsorten, die ich kenne und die haben alle eine Email gekriegt, ob sie Lust haben, mitzumachen. Und das war dann der Auswahlprozess. Manche haben gar nicht reagiert oder wollten nicht.

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. Oder der Moussonturm in Frankfurt zum Beispiel, der vermietet gerade Räume ans Schauspiel. hessenschau.de: Was haben Sie bei den Fotosessions von der Situation der Clubs und Bühnen mitbekommen? Jo Henker: Tatsächlich ist es so, dass ich während des Fotografierens in der Regel alleine war. Aber natürlich hab ich mit den Leuten gesprochen, ich kenne tatsächlich auch die meisten Geschichten dahinter. Das ist mehr oder weniger alles deckungsgleich: Man hat am Anfang noch gedacht, naja, diese Corona-Auflagen, das ist jetzt doof, aber es wird ja nicht ewig dauern. Bis es sich nach und nach herausgestellt hat, dass es doch viel länger dauern wird. Am Anfang haben alle noch so Sachen gemacht wie Großreinemachen, haben jeden abgelegenen Winkel gründlich geputzt. Aber irgendwann ist dann halt auch das letzte Glas dreimal poliert. Und bei einigen Clubs wird die Luft wirklich eng. Denn die haben ja sonst keine Einkünfte. hessenschau.de: Die Fotos aus dem Projekt 'Lost Places' sind jetzt online zu sehen auf Ihrer Webseite. Ausstellen geht wahrscheinlich gerade nicht? Jo Henker: Nein, das geht tatsächlich nicht. Wir hatten überlegt, ob wir hier eine Projektion machen hier in Darmstadt, aber bislang gibt’s keine Möglichkeit, das zu zeigen. Die große Frage ist ja auch: Selbst wenn man irgendwann wieder ausstellen kann - interessiert es dann überhaupt noch jemanden? Das kann ich schlecht abschätzen. Die andere Alternative wäre gewesen ein Buch zu machen. Aber erstens reicht dafür das Geld vom Arbeitsstipendium nicht und außerdem ist das Projekt für mich auch noch nicht richtig abgeschlossen. Vielleicht wollen ja doch noch Clubs am Fotoprojekt mitmachen. hessenschau.de: Sie hatten ein Arbeitsstipendium der Hessischen Kulturstiftung. Bühne des HoffArt Theater Darmstadt Bild © Jo Henker Jo Henker: Ja, und ich bin sehr, sehr dankbar, dass die Kulturstiftung Hessen das überhaupt ausgelobt hat. Ich find es legitim, dass man nicht nur die Hand aufhalten kann und sagt: 'Lieber Staat, gib mir mal Geld, ich hab grad nix zu tun.' Ich find es gut, dass es an ein Projekt gebunden ist. 2.000 Euro sind erstmal eine Menge Geld. Aber wenn man überlegt, wie viel Zeit ich da reingesteckt hab, dann relativiert sich das auch etwas. Ich bin zehn Tage unterwegs gewesen und hab fotografiert, dann das ganze Telefonieren, organisieren, immer wieder Mails schreiben, nachhaken - das hat allein schon einen Vorlauf von über zwei Wochen gehabt. Dann müssen die Bilder ja auch noch bearbeitet werden und alle Clubs haben die Bilder auch bekommen, damit sie sie verwenden können. Aber jetzt das Resultat - ich bin erstaunt darüber, was für eine Welle die Fotoserie gemacht hat. Was mich vor allem freut: Man sieht an der Resonanz, wie sehr Veranstaltungen jeder Art den Leuten fehlen und dass zum Beispiel die Clubs nicht nur für Musik gut sind, sondern eine Art sozialer Anknüpfungspunkt. Und das fehlt einfach. Die Fragen stellte Alexandra Müller-Schmieg. Sendung: hr2, 29.01.2021, 06.49 Uhr

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