Nordrhein-Westfalen Nachrichten Corona in Altenheimen: 2.800 Tote und keiner will schuld sein Düsseldorf Nachrichten

nachrichteNews.com - Der Schutz der Schwächsten ist misslungen: In Hessens Altenheimen sind seit Pandemie-Beginn 2.800 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Dennoch sehen Behörden und Verbände keine eigenen Versäumnisse.

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nachrichteNews.com - Der Schutz der Schwächsten ist misslungen: In Hessens Altenheimen sind seit Pandemie-Beginn 2.800 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Dennoch sehen Behörden und Verbände keine eigenen Versäumnisse.

Nordrhein-Westfalen Nachrichten Corona in Altenheimen: 2.800 Tote und keiner will schuld sein Düsseldorf Nachrichten
01 Februar 2021 - 09:45

Aktuelle Nachrichten ! Der Schutz der Schwächsten ist misslungen: In Hessens Altenheimen sind seit Pandemie-Beginn 2.800 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben. Dennoch sehen Behörden und Verbände keine eigenen Versäumnisse. Von Tobias Lübben Dass Corona vor allem die Älteren trifft, ist nur die halbe Wahrheit. Das Virus trifft nicht alle Älteren gleichermaßen. Es schadet ihnen vor allem dann, wenn sie im Heim wohnen. Von den Menschen über 60 in Hessen, die zu Hause leben, ist ungefähr ein Promille an oder mit Covid-19 gestorben - etwa 1.700 von 1,7 Millionen. Bei den Altenheimbewohnern lag die Todesrate dagegen bei fünf Prozent. Es sind rund 2.800 von ursprünglich 58.000. Das geht aus Zahlen des Regierungspräsidiums Gießen hervor. Senioren im Altenheim hatten in Hessen demnach ein 50 Mal höheres Todesrisiko als ihre daheim lebenden Altersgenossen. Dafür gibt es manche Gründe, wie vor allem die Betreiberverbände betonen: So leben in den Heimen unter einem Dach viele pflegebedürftige Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Bei der Pflege lässt sich naturgemäß kein Abstand einhalten. Und: Niemand will die Heimbewohner komplett von der Außenwelt abschotten. Eigene Versäumnisse? Fehlanzeige War das Sterben in den Heimen also ein unabwendbares Schicksal? Oder hätten sich die hessischen Heimbewohner besser schützen lassen? Ein Blick in Hessens Nachbarländer legt das nahe. In Hessen entfallen zwei Drittel aller Corona-Toten auf die Heimbewohner, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dagegen nur ein Drittel. Auch insgesamt haben diese Länder - gemessen an der Bevölkerung - deutlich weniger Corona-Tote zu beklagen als Hessen. Der Dezember war mit 1.105 Corona-Toten der schlimmste Monat für die Altenheime in Hessen. Manche Heime waren mit der Lage überfordert, riefen nach der Bundeswehr. Angehörige waren verzweifelt; ein Mann aus dem Main-Kinzig-Kreis schaltete gar die Staatsanwaltschaft ein, nachdem sein Vater und seine Mutter an oder mit Corona im Heim gestorben waren. Doch gibt es - neben möglicher individueller Schuld - auch eine politische Verantwortung für das Geschehen? Wo sehen Sie Versäumnisse beim Schutz der Heimbewohner? Diese Frage hat der hr den verantwortlichen Akteuren in Hessen gestellt. Aber ganz gleich ob Kreise, Städte, Land oder Betreiberverbände: Explizit eigene Versäumnisse nennt keiner. Manche verwahren sich sogar gegen die Frage nach der Verantwortung, wie etwa der Kreis Hersfeld-Rotenburg: "Schuldzuweisungen sind an dieser Stelle vollkommen unangebracht." Auch der Vogelsbergkeis findet, diese Frage sei "bei neuen Infektionskrankheiten … nicht zielführend." Altenheim-Studie wurde nie gemacht Altenheimbetreiber müssen laut Gesetz Altenheimbewohner "vor Beeinträchtigungen ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit" bewahren. Überwacht werden die Betreiber dabei vom Regierungspräsidium Gießen und vom Sozialministerium.

Source: Nachrichtenews.com

. Auf hr-Anfrage listet das Ministerium auf, was dafür alles getan wurde: Man habe die Heime beim Infektionsschutz beraten, man habe "seit Anbeginn der Pandemie" die Heime mit Schutzausrüstung beliefert und schließlich habe man die Voraussetzungen für sinnvolle Corona-Tests geschaffen. Gerade die Teststrategie des Ministeriums wurde aber immer wieder kritisiert, vor allem die Verzögerungen bei den Schnelltests. Wie man am besten in Altenheimen testet, sollte eigentlich in einer großen Studie ermittelt werden. Das kündigten Sozialminister Kai Klose (Grüne) und die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im Juni an. Diese Studie gab es aber nie, wie Ciesek auf hr-Anfrage mitteilte. Sie sei wegen neuer Testverordnungen obsolet geworden. RP verweist auf Kreise, die Kreise aufs RP Die "obere Heimaufsicht" liegt beim Regierungspräsidium Gießen (RP). Das betont in seiner Antwort an den hr, wie begrenzt sein Handlungsspielraum sei. Es könne die Versorgung der Heimbewohner nicht selbst sicherstellen. Das sei die Pflicht der Betreiber. Die Behörde könne auch nur dann aktiv werden, wenn sie von Missständen erfahre. Ein weiteres Problem: Die Kompetenzen seien auf viele verschiedene Behörden verteilt. So müsse das RP die Pflege überwachen, für den Infektionsschutz seien aber die Gesundheitsämter der Städte und Kreise zuständig. In der Praxis lässt sich das offenbar nicht immer klar trennen. Jedenfalls verweist etwa der Werra-Meißner-Kreis bei der Frage nach Versäumnissen auf die Heimaufsicht, auch der Kreis Gießen wünscht sich eine engere Vernetzung mit der Landesbehörde. Und der Odenwaldkreis fordert eine Taskforce, die Heime personell unterstützt, denen durch Infektionen und Quarantäne Mitarbeiter ausfallen. Der Kreis habe das Land schon früh gebeten, so eine Taskforce einzurichten. Aber: "Das ist bis heute nicht der Fall." Aufarbeitung gefordert In einem Punkt sind sich alle einig: Am wirksamsten lassen sich Heimbewohner mit einer Impfung vor Covid schützen. Bei diesen Impfungen gibt es, koordiniert vom Hessischen Innenministerium, auch einen sichtbaren Fortschritt. Seit Beginn der Impfkampagne Ende Dezember haben fast zwei Drittel der Heimbewohner die erste von zwei Impfdosen erhalten, etwa ein Viertel ist schon durchgeimpft. Aber niemand kann ausschließen, dass wieder Erreger auftreten, gegen die es noch keinen Impfschutz gibt. Können dann die Heime besser behütet werden als bisher? Viele Kreise fordern, sich darüber auszutauschen. So fordert der Rheingau-Taunus-Kreis eine "seriöse, kreisübergreifende Analyse". Der Kreis Limburg-Weilburg will eine "gesellschaftspolitische, durchaus kontrovers zu führende Debatte". Nicht nur wegen Corona. Denn Pflegenotstand habe in Hessen auch schon vor der Pandemie geherrscht. Sendung: hr-iNFO, 01.02.2021, 7:10 Uhr

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