Nordrhein-Westfalen Nachrichten Corona-Fachleute halten wenig von 15-Kilometer-Regel Düsseldorf Nachrichten

nachrichteNews.com - Eine neue Regel zur Pandemie-Bekämpfung sorgt in Hessens Corona-Hotspots für Diskussionen. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, um Ansammlungen an Ausflugszielen zu vermeiden, halten Forscher für falsch und gar kontraproduktiv.

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nachrichteNews.com - Eine neue Regel zur Pandemie-Bekämpfung sorgt in Hessens Corona-Hotspots für Diskussionen. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, um Ansammlungen an Ausflugszielen zu vermeiden, halten Forscher für falsch und gar kontraproduktiv.

Nordrhein-Westfalen Nachrichten Corona-Fachleute halten wenig von 15-Kilometer-Regel Düsseldorf Nachrichten
14 Januar 2021 - 11:45

Aktuelle Nachrichten ! Eine neue Regel zur Pandemie-Bekämpfung sorgt in Hessens Corona-Hotspots für Diskussionen. Die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, um Ansammlungen an Ausflugszielen zu vermeiden, halten Forscher für falsch und gar kontraproduktiv. Von Jörn Perske Videobeitrag Video 03:02 Min. |13.01.21, 19:30 Uhr |hessenschau zum Video 15-Kilometer-Regel im Landkreis Fulda[Videoseite] Video Bild © hr Ende des Videobeitrags Die Bewegungsfreiheit ist am Mittwoch in mehreren hessischen Corona-Hotspots weiter eingeschränkt worden. Nun gilt auch im Kreis Fulda und im Vogelsberg die 15-Kilometer-Regel. Das heißt, für touristische Tagesausflüge dürfen Bewohner dieser Regionen den Radius nicht überschreiten. Damit sollen vor allem Tagesausflüge zu prominenten Ausflusgzielen unterbunden werden. Der Sinn wird von mehreren Experten angezweifelt. Die Regel trifft - basierend auf dem Eskalationskonzept der Landesregierung - vielerorts auf Unverständnis, wird von Fachleuten kritisiert und für untauglich erklärt. Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer sagte dem hr: "Diese Regel wird wenig Wirkung entfalten und nur marginalen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben." Fraglich sei neben dem Nutzen auch die Umsetzbarkeit der von Politik und Behörden angeordneten Maßnahme. Auch Rechtsexperten hatten juristische Zweifel zur Zulässigkeit angemeldet. Neben dem Kreis Fulda und dem Vogelsberg haben bereits die Kreise Gießen und Limburg-Weilburg die Einschränkung verfügt, dort bereits seit Montag. Sie gilt generell für Kreise, wenn die kritische Zahl von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten ist. Diese Marke hat auch Hersfeld-Rotenburg erreicht. Im Nordosten wurde die 15-Kilometer-Regel aber nicht eingeführt, wie ein Kreissprecher am Mittwoch verriet. Virologe: Besser Zugang zu Ausflugszielen beschränken Der Virologe Martin Stürmer im Labor. Bild © IMD Labor Frankfurt Virologe Stürmer ist der Ansicht, dass die Behörden besser den Zugang zu den zuletzt mitunter überlaufenen Ausflugszielen beschränken sollten. Auf der Wasserkuppe in der Rhön, auf dem Feldberg im Taunus und im nordhessischen Willingen zum Beispiel war es wegen des malerischen Winterwetters mit Neuschnee zu Massen-Ansammlungen gekommen. Die 15-Kilometer-Regel erlaubt die Überschreitung in vielen Fällen: Fahrten zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen, zur Familie, zu Verwandten und Freunden. Selbst die Fahrt zu Demonstrationen und Gottesdiensten ist gestattet. Viele Ausnahmen gestattet Vor allem touristische Freizeit-Aktivitäten sollen vermieden werden. Doch selbst dabei gibt es Ausnahmen. Im Vogelsberg darf trotzdem Wintersport betrieben werden, zum Beispiel Skilanglauf und Rodeln. Auch weiterer Individualsport wie Joggen, Radfahren, Reiten und Wandern ist inbegriffen. Zu diesem Zweck können sich die Menschen frei bewegen. Das alles ist zum Beispiel auch auf dem Hoherodskopf - einem beliebten Ausflugsziel im Vogelsberg - erlaubt.

Source: Nachrichtenews.com

. Doch wer vor der morgendlichen Sperrung Parkplätze ansteuert, bekommt keine Probleme. Stadtbesichtigungen nicht erlaubt Was letztlich bleibt von tagestouristischen Ausflügen sind etwa Stadtbesichtigungen. Der Besuch des Bergparks Wilhelmshöhe in Kassel oder der Stadtrundgang in Fulda mit Besichtigung des Doms seien im Moment für Menschen aus dem Vogelsberg nicht erlaubt, verdeutlichte eine Kreissprecherin beispielhaft. Aufpassen müssen Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Auch wenn sie aus einem Landkreis mit keiner 200er-Inzidenz kommen: Sie dürfen nur 15 Kilometer zu touristischen Zwecken in den Landkreis, zum Beispiel den Vogelsberg, fahren. An der Wasserkuppe werden zudem an Wochenenden die Parkplätze gesperrt. Weitere Informationen Online-Karte berechnet 15-km-Radius Auf dieser kostenlosen Internetseite des Softwarespezialisten Esri für Geodaten wird der 15-km-Radius für jede Gemeinde in Deutschland angezeigt. Ende der weiteren Informationen Landrat: Relevanz für Region gering Der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) betonte: "Wenn jemand jenseits der 15 Kilometer einfach mal ausspannen will, einen Spaziergang machen will, sich mit seinen Langlaufskiern bewegen will, der ist davon nicht betroffen. Das heißt: Die Relevanz für die Bürger in der Region ist gering." Der Landkreis hatte auch erst noch versucht, ohne die 15-Kilometer-Regel auszukommen. Der Aerosol-Experte Gerhard Scheuch aus Gemünden (Bayern) kann die 15-Kilometer-Regel zur Kontakt-Vermeidung an Freiluft-Ausflugszielen nicht nachvollziehen: "Im Außenbereich gibt es so gut wie keine Infektionen - nur wenn Menschen über lange Zeit sehr dicht zusammenstehen und miteinander reden." Experte: Beschränkungen kontraproduktiv Scheuch sagt, er halte die Beschränkungen für absolut kontraproduktiv. Man solle Menschen eher motivieren, sich draußen aufzuhalten - wie im Sommer - statt sich drinnen zu treffen. Scheuch war früher Präsident der Internationalen Gesellschaft für Aerosole in der Medizin. Aerosole sind winzige Partikel, die in der Luft schwebend auch das Coronavirus übertragen können. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg setzt die 15-Kilometer-Regel als einziger betroffener Landkreis gar nicht erst um. Der Passus taucht in der Allgemeinverfügung nicht auf. Laut Landrat Michael Koch (CDU) ist das nicht verhältnismäßig. Man habe auch nur wenige Freiluft-Ausflugsziele mit Potenzial fürs Wintervergnügen, etwa den Eisenberg. Umsetzung liegt bei Kommunen Das Sozialministerium wollte diesen Weg nicht verurteilen und teilte mit: Das Eskalationsstufenkonzept des Landes gebe Kreisen und kreisfreien Städten einen verbindlichen Rahmen, wie dem Infektionsgeschehen mindestens zu begegnen sei. Die konkrete Umsetzung liege aber in deren Zuständigkeit. Dann einen Weg zu gehen, der von der 15-Kilometer-Regel zum Beispiel abweicht, findet Virologe Stürmer sinnvoll. Mit Blick auf urbane Gebiete sagte er: "Es ist nicht nachvollziehbar, den Menschen Platz zur Ausbreitung künstlich zu begrenzen. Das birgt zum Beispiel die Gefahr, dass sich mehr Menschen als nötig in Innenstädten tummeln." Vor allem Familien mit Kindern sollten sich an die frische Luft begeben. "Ausflugsziele dort werden sich sicher nicht zu Infektionsherden entwickeln." Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 13.01.2020, 19.30 Uhr

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