Baden-Württemberg Nachrichten Ein Konzern mit Vorerkrankungen Stuttgart Nachrichten

nachrichteNews.com - Die Folgen von Corona treffen den Stahlbereich von Thyssen-Krupp mit voller Wucht. Ohne Staatshilfe befürchtet die IG Metall das Ende.

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nachrichteNews.com - Die Folgen von Corona treffen den Stahlbereich von Thyssen-Krupp mit voller Wucht. Ohne Staatshilfe befürchtet die IG Metall das Ende.

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15 Oktober 2020 - 18:45

Aktuelle Nachrichten ! Wenn wütende Stahlarbeiter auf die Straße gehen, dann brennt der Pott. Der Kampf um das Werk in Duisburg- Rheinhausen Ende der 1980er Jahre steht exemplarisch für den schmerzhaften Wandel im Ruhrgebiet. Die Kohle ist weg, vor zwei Jahren wurde das letzte Bergwerk geschlossen und der Stahl steckt wieder einmal so tief in der Krise, dass nach dem Staat gerufen wird. Dazu versammelt die IG Metall heute in Düsseldorf auf der Rheinwiese 3000 Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp, um dem Landesvater Armin Laschet Dampf zum machen. Wenn der Staat Lufthansa rettet und Tui, dann könne er doch den Stahl nicht sterben lassen, argumentieren die Arbeitnehmervertreter. Die Not ist so groß, dass auch Martina Merz, die Vorstandsvorsitzende von Thyssen-Krupp, eine staatliche Beteiligung inzwischen eine „Option“ nennt. Ministerpräsident Laschet hält davon aber „derzeit“ noch nicht viel.Demo auf der Düsseldorfer RheinwieseCorona kommt der Politik ausnahmsweise gelegen, denn nur 3000 Protestler dürfen sich heute am Rhein versammeln. Trotzdem ist der Aufwand erheblich für die IG Metall: Die Busse zum Versammlungsort sind nur halb besetzt, dazu wird registriert, wer auf welchem Platz sitzt. Corona treffe Thyssen-Krupp ähnlich hart wie einen Menschen mit Vorerkrankungen, heißt es bei der Gewerkschaft. Den ohnehin schwächelnde Konzern haut das Virus um. Das kann auch Laschet nicht unberührt lassen, in Nordrhein-Westfalen verdienen 27 000 Menschen ihren Lebensunterhalt in der Stahlindustrie, davon weitaus die meisten beim Intensivpatienten Thyssen-Krupp. Auch deshalb hat der CDU-Politiker der Branche das Etikett „systemrelevant“ umgehängt; eine erste Voraussetzung für Staatshilfe.Teure Umrüstung auf WasserstoffDie Stahlsparte von Thyssen-Krupp hat allein in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres einen Verlust von 700 Millionen Euro eingefahren. Der Essener Konzern leidet wie die gesamte Branche unter der coronabedingten Rezession und der Transformation in der Autoindustrie, einem der wichtigsten Kunden. Dazu belasten seit Jahren die Überkapazitäten in Europa und weltweit, besonders in China. Nachdem Donald Trump den Handelskrieg mit den Chinesen angezettelt hat, verschiffen die zunehmend Rohstahl auch zu Dumpingpreisen nach Europa. Schließlich macht die Dekarbonisierung der extrem energieintensiven Branche zu schaffen. Die Stahlindustrie verursacht hierzulande rund 30 Prozent der industriellen CO2-Emissionen. Wenn der Stahl bis 2050 klimaneutral gegossen werden soll, dann sind für die Umrüstung auf Wasserstoff rund 30 Milliarden Euro erforderlich, hat die Branche ausgerechnet. Da Thyssen-Krupp und Salzgitter, Eko in Eisenhüttenstadt und die saarländischen Stahlkocher diese Summe nicht allein aufbringen können, muss die Gemeinschaft der Steuerzahler helfen. Das finden auch Armin Laschet und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: Innovations- und Investitionshilfen ja, staatliche Beteiligung bitte nicht. urban.cmd.push( function() { urban.

Source: Nachrichtenews.com

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Source = nachrichteNews.com

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