Baden-Württemberg Nachrichten Blick aus dem Oval Office Stuttgart Nachrichten

nachrichteNews.com - Teamplayer, Kämpfernatur und oberster Staatsdiener: Barack Obama schreibt in seinem Buch „Ein verheißenes Land“ über die ersten 28 Monate seiner Amtszeit.

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nachrichteNews.com - Teamplayer, Kämpfernatur und oberster Staatsdiener: Barack Obama schreibt in seinem Buch „Ein verheißenes Land“ über die ersten 28 Monate seiner Amtszeit.

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16 November 2020 - 18:00

Aktuelle Nachrichten ! Ein Buch als Zeitreise. Nach wenigen Seiten ist man wieder im Sound der Obama-Jahre: ein positiver, zupackender Grundton, große Ziele und ein gefestigter Glaube, dass ein besseres Amerika möglich ist, wenn viele daran mitarbeiten. Er beschreibt sein Leben und unser aller Leben als Chance, sich einer Sache zu widmen, die größer ist als man selbst. Ganz automatisch liest sich das als scharfer Kontrast zur Stimmung in der Amtszeit Donald Trumps, auch wenn Obama den Vergleich nicht explizit zieht. Trump sieht überall Feinde, die die USA ausnutzen wollen. Wo Barack Obama versucht, Koalitionen zu bilden, um Mehrheiten für seine Ziele zu gewinnen, verfolgt Trump die Strategie des Spaltens und Polarisierens, appelliert an die nicht ganz so hehren Reflexe der Menschen: Argwohn, Abschottung, Egoismus. Schon der Titel setzt den Ton. „Ein verheißenes Land“ überschreibt der 44. Präsident in biblischen Worten den ersten Teil seines Rückblicks auf seine Amtszeit von 2009 bis 2017. Auf den über tausend Seiten geht es um die zwei Jahre und vier Monate bis Mai 2011. Das muss man betonen, um Neugierige vor Produktenttäuschung zu bewahren, die an diesem Dienstag gleich zugreifen, wenn das Buch in den USA, Deutschland und vielen weiteren Ländern im englischen Original und zwei Dutzend Übersetzungen erscheint. Die PR-Maschine mit ihren Vorabveröffentlichungen hat falsche Erwartungen geweckt, als habe Trumps Erfolg mit „alternativen Fakten“ auf sie abgefärbt. Obama schreibt nicht über Trump im Weißen Haus. Er erklärt auch nicht, wie der die Wahl 2016 gewinnen konnte. Er bewertet weder dessen Amtszeit noch überlegt er, was ein Präsident Joe Biden anders machen würde. Natürlich nicht. Obama hat das Manuskript im August abgeschlossen, lange vor dem Wahltag. Im Vorwort erwähnt er die Wahl, relativiert aber ihre historische Bedeutung. „Auch wenn ich glaube, dass noch nie so viel auf dem Spiel stand, weiß ich doch, dass keine einzelne Wahl die Sache besiegeln wird.“ Die Geschichte der USA, so sein Credo, zeigt das fortwährende Bemühen, eine bessere Gesellschaft zu formen. Es kann Rückschläge geben, aber die Nächsten werden sie überwinden. Der Name Trump kommt erstmals auf Seite 933 vor; da sind wir im Mai 2011. Trump hat sich die „Birther“- Kontroverse zu eigen gemacht, die ohne sein Zutun längst im Gange war, die Behauptung, dass Obama nicht in den USA geboren, also kein rechtmäßiger Präsident sei.[Mit dem Newsletter „Twenty/Twenty“ begleiten unsere US-Experten Sie jeden Donnerstag auf dem Weg zur Präsidentschaftswahl. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung: tagesspiegel.de/twentytwenty.]Die Vorabzitate, die den Eindruck erwecken, Obama schreibe über die aktuelle Kontroverse um Trump und Biden, stehen in anderem Kontext. Obama charakterisiert Biden samt seinen Vorzügen und Schwächen, als er ihn im Sommer 2008 als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft auswählt. Seine Aussagen über Trump betreffen dessen Auftritt beim alljährlichen White House Correspondents Dinner 2011, nur wenige Stunden, nachdem Obama den Befehl zum Zugriff auf Osama bin Laden gegeben hat. urban.cmd.push( function() { urban.display('medrect2'); }); var Criteo = Criteo || {}; Criteo.events = Criteo.events || []; Criteo.events.push(function() { Criteo.DisplayAcceptableAdIfAdblocked({ "zoneid": 962915, "width": 300, "height": 250, "containerid": "crt-medrect2", "callbacksuccess": function() { adslotFilledByCriteo('medrect2', true); } }); }); Die Geheimdienste haben ihn in einem Gehöft am Stadtrand von Abbottabad in Pakistan aufgespürt, genauer: ein hohes Al-Qaida-Mitglied, dessen Identität unsicher ist. Passagen wie die Schilderung der langen Abwägungen, was zu tun sei, machen den Reiz des Buches aus. Ein Einblick in den Kopf Obamas, wie er mit Optionen und Entscheidungen umgeht.Der Lichteinfall an seinem Arbeitsplatz: Obama schreibt unterhaltsam, auch persönlichDas dicke Buch ist trotz des teils schweren Stoffs unterhaltsam.

Source: Nachrichtenews.com

. Er verrät den Ursprung des Anfeuerungsrufs „Fired up! Ready to go!“ Und schildert, wie sich der Lichteinfall im Oval Office im Lauf des Tages ändert. Sein Deckname bei den Personenschützern, „Renegade“, ist eine Kapitelüberschrift. Die ersten 120 Seiten lesen sich wie eine Kurzfassung seiner frühen Autobiografie „Dreams From my Father“ von 1995 und des programmatischen Titels „The Audacity of Hope“ von 2006, mit dem er seine Präsidentschaftskandidatur vorbereitete. Dann sind wir im Wahlkampf 2008, den Obama überraschend ausführlich schildert. Auch hier bemüht er biblische Dimensionen und schlägt historische Bögen. Er steht auf den Schultern früherer Generationen, baut auf ihren Erfolgen auf: Der Bürgerrechtler Martin Luther King gehört in dem Gleichnis in die Generation Moses, Obama in die Generation Joshua. Obama beschreibt den Weg ins Amt als Triumph einer Graswurzelbewegung Irdischer verläuft der lange Zweikampf mit Hillary Clinton um die Kandidatur durch 50 Vorwahlen. Er siegt in Iowa, erlebt in New Hampshire einen Rückschlag, hat aber insgesamt die bessere Strategie, so dass sein Vorsprung an Delegierten wächst. Er begeht Fehler, die das Problem der Demokraten mit früheren Stammwählern illustrieren. Eine abschätzige Bemerkung über weiße Arbeiter in Pennsylvania, die sich in ihrem Frust „an Waffen oder Religion oder Antipathie gegen andere Menschen klammern“, schadet ihm noch lange. Da deuten sich bereits die Verschiebungen in den zum „Rust Belt“ gewordenen Industriestaaten an den Großen Seen an, die Trump 2016 den Sieg über Hillary Clinton ermöglichen. urban.cmd.push( function() { urban.display('medrect3'); }); var Criteo = Criteo || {}; Criteo.events = Criteo.events || []; Criteo.events.push(function() { Criteo.DisplayAcceptableAdIfAdblocked({ "zoneid": 962916, "width": 300, "height": 250, "containerid": "crt-medrect3", "callbacksuccess": function() { adslotFilledByCriteo('medrect3', true); } }); }); Obama beschreibt den Weg zum Wahlsieg als Leistung eines Teams und als Triumph einer Graswurzelbewegung. Er lässt Mitstreiter und Wählerinnen auftreten, schildert ihre Lebensläufe und Motive. Dann kommt der jähe Umschwung, als der Zusammenbruch des amerikanischen Immobilienkreditsystems eine globale Finanzkrise auslöst.Mai 2011: Präsident Obama beobachtet gemeinsam mit seinem Stab, darunter Vize Joe Biden (ganz links) und Hillary Clinton (2.v.r.)...Foto: DPADer Wahlsieger erbt eine Wirtschaft im Niedergang, rasch steigende Arbeitslosenzahlen und ganze Branchen in Konkursgefahr von Banken über Versicherungen bis zu den Autokonzernen. Mit Amtsinhaber George W. Bush kooperiert Obama in den Wochen bis zur Amtseinführung, um das Schlimmste abzuwenden. Generell schildert er Bush bei allen politischen Differenzen mit Respekt und lobt die Art der Amtsübergabe. Dann ist Obama vereidigt, tanzt mit Michelle auf den Inaugurationsbällen, muss die ersten Entscheidungen treffen. Bis dahin kann man der Auswahl, was er hervorhebt und was er weglässt, folgen. Für die Folgezeit ergeben sich mitunter Diskrepanzen zwischen seinem Rückblick und den Erinnerungen eines Beobachters, der mit Zugang zum Weißen Haus über Obamas Präsidentschaft für diese Zeitung berichtet hat. Gehörte nicht die Anordnung, das Lager für Terrorverdächtige in Guantanamo zu schließen, zu den ersten Amtshandlungen? Er lässt sie aus. Gewiss, die Finanzkrise hat höhere Priorität. Ebenso die Gesundheitsreform, als die Regierung ökonomisch festeren Boden unter den Füßen bekommt. Mehr zum Thema Barack Obamas Autobiografie „Trumps politischer Stil war völlig hemmungslos“ Gerrit Bartels Man könnte aber auch den Eindruck gewinnen, dass Obama sich mehr auf die politischen Kämpfe konzentriert, die er als Erfolge verbucht wissen möchte, als auf die Konflikte, die er mit zu viel Optimismus anging oder die aus anderen Gründen nicht glorreich endeten. Neben der Rettung des Landes aus der Finanzkrise und der Gesundheitsreform zählt der Vertrag mit Russland über die Verschrottung eines Drittels der strategischen Atomwaffen zu den Errungenschaften; neben Guantanamo der Verlauf des arabischen Frühlings zu den Enttäuschungen, die seltsam blass bleiben. Seite 1 von 2 nächste Seite Blick aus dem Oval Office Berlin-Besuch, Nato-Gipfel, Merkel: die übrige Welt kommt weniger vor als die Innenpolitik Artikel auf einer Seite lesen Neu: Tagesspiegel Plus jetzt gratis testen!

Source = nachrichteNews.com

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