Baden-Württemberg Nachrichten Ausstellung über jüdische Sportstars wird Ziel antisemitischer Angriffe Stuttgart Nachrichten

nachrichteNews.com - In Bochum wurden Figuren einer Ausstellung über ehemalige jüdische Sportgrößen zerstört worden. Die Behörden geben bei dem Vorfall eine merkwürdige Figur ab.

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nachrichteNews.com - In Bochum wurden Figuren einer Ausstellung über ehemalige jüdische Sportgrößen zerstört worden. Die Behörden geben bei dem Vorfall eine merkwürdige Figur ab.

Baden-Württemberg Nachrichten Ausstellung über jüdische Sportstars wird Ziel antisemitischer Angriffe Stuttgart Nachrichten
20 November 2020 - 12:00

Aktuelle Nachrichten ! Es ist nicht so, dass Berno Bahro gerade wenig zu tun hätte. Der promovierte Sportwissenschaftler arbeitet an der Universität Potsdam, und eigentlich steht er gerne vor den Studierenden und spricht über die Geschichte des deutschen Sports, über die Arbeitersportbewegung oder den Sport in der DDR. Alles keine leichten, aber sehr spannende Themen. Doch wegen der Coronavirus-Pandemie muss auch der 43-Jährige seine Vorlesungen über Videokonferenzen vortragen – und das ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden.Seit ein paar Tagen ist noch ein bisschen mehr Arbeit auf Bahro zugekommen, es gibt viele Anfragen an ihn. Es geht dabei wieder um ein Kapitel der deutschen Sportgeschichte, um ein sehr dunkles: den Sport im Nationalsozialismus und die Rolle der jüdischen Sportler. Figuren einer Ausstellung über ehemalige jüdische Sportgrößen sind in der Nacht vom 9. auf den 10. November in Bochum zerstört worden. „Das Datum spricht ganz klar für einen antisemitischen Vorfall“, sagt Bahro. Vom 9. auf den 10. November hatten 1938 die Novemberpogrome stattgefunden.[Wenn Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können]Bisher sind die Täter von Bochum noch nicht gefasst, die Polizei ermittelt. „Wenn die Täter etwas erreicht haben“, sagt Bahro, „dann, dass die Ausstellung wieder mehr Aufmerksamkeit erfährt.“ Ihre weitere Finanzierung stand auf der Kippe, durch den Vorfall aber hat sie nun wieder sehr gute Chancen auf eine Zukunft. Mehrere Städte haben plötzlich Interesse signalisiert.Bahro selbst war anlässlich der jüdischen Sportveranstaltung Maccabi Games vor fünf Jahren in Berlin an der Ausstellung mit dem Titel „Zwischen Erfolg und Verfolgung. Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ beteiligt. Porträtiert werden ehemalige Sportgrößen wie die Berliner Leichtathletin Lilli Henoch, Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, Schachweltmeister Emanuel Lasker und viele mehr. Das Projekt stieß auf Interesse und wurde von der Presse gelobt. Bis heute findet die Wanderausstellung statt.[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]Zuletzt gastierte sie in Bochum, wo die lebensgroßen Plexiglasfiguren von Henoch und den Turnolympiasiegern Alfred und Gustav Felix Flatow beschädigt wurden. Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verurteilte den Angriff als „feige Tat“. Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch sagte: „Das macht uns fassungslos.“ Bochum sei und werde eine tolerante Stadt bleiben, in der Erinnerungskultur immer einen Platz habe. urban.cmd.push( function() { urban.

Source: Nachrichtenews.com

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Source = nachrichteNews.com

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